Welche Hilfe brauchen Sie?

Konflikte, Kontroversen oder Reibungsverluste treten in allen Lebensbereichen auf. Aufgrund der beschriebenen Vorteile bietet sich Mediation aber insbesondere für folgende Bereiche an:

Partnerschaft, Ehe und Familie

Emotionen und tiefe persönliche Empfindungen sind der Grund, warum Ehen oder Partnerschaften geschlossen und Familien gegründet werden. Werden diese Gefühle verletzt, drohen Beziehungen zu scheitern. Schweigen, Enttäuschung und Aggression beherrschen den Alltag. Der Streit über Versorgungs- und Unterhaltsfragen, die Aufteilung des Vermögens oder Umgangs- und Sorgerechtsregelungen verhindern konstruktive Lösungen. Darunter leiden insbesondere Kinder, deren familiäres Wohl unfreiwillig in den Hintergrund gerät.

Mediation lässt einerseits sowohl Raum für solche Emotionen, verstellt aber andererseits nicht den Blick für die zu treffenden Sachentscheidungen. Im Laufe des Verfahrens tritt der Paarkonflikt in den Hintergrund. Die Parteien werden in die Lage versetzt, eine von allen als fair und sachgerecht empfundene Regelung selbst zu entwickeln. So nehmen sie ihre Rolle als Partner wie auch Eltern wahr und erfüllen zugleich Vorbildfunktion. Je nach Alter und Entwicklungsstand können Kinder in den Lösungsprozess einbezogen werden. Vermögen wird nicht zwangsläufig zerschlagen, sondern bestmöglich erhalten. Zudem ist die Mediation meist schneller und kostengünstiger als eine streitige Auseinandersetzung über mehrere Instanzen.

Erben und Vererben

Hinterlässt ein Erblasser Nachkommen, ohne Verfügungen von Todes wegen getroffen zu haben, sind langwierige Streitigkeiten unter den gesetzlichen Erben eine häufige Folge. Fast immer bilden familiäre Ereignisse der Vergangenheit den Grund dafür, dass die Beteiligten sich außerstande sehen, untereinander ohne Inanspruchnahme externer Hilfe eine gütliche Einigung zu erzielen. Jahrelange, kostenintensive emotionale Streitigkeiten sind die Folge, an deren Ende ein Urteil steht, das der dann aktuellen Lage möglicherweise nicht mehr Rechnung trägt. Inzwischen hat das Vermögen fast immer gelitten.

Vorsorgende Nachlassplanung ist ein Weg, solchen Auseinandersetzungen im Vorfeld zu begegnen. Denn häufig – beispielsweise in Patchworkfamilien – wird die gesetzliche Erbfolge den tatsächlichen Erwartungen und Vorstellungen der Beteiligten nicht gerecht. Einseitig vom Erblasser getroffene Regelungen bilden die Wünsche der Beteiligten nicht zwangsläufig ab. Daher sollten alle Betroffenen in die Gestaltung einbezogen werden.

Anders als Erben und Lebenspartner kennt der Mediator die familiäre Vorgeschichte nicht. Er kann Geschehnisse oder Tabus aus seiner externen Warte hinterfragen. Diese Art der Kommunikation fördert häufig das wechselseitige Verständnis der Parteien untereinander und bereitet damit den Weg für eine von ihnen getroffene, zukunftsorientierte und allseits akzeptierte Lösung. Damit erhält Mediation im Ergebnis sowohl familiäre Bande wie auch das Vermögen des Erblassers.

Unternehmensnachfolge

Einen Teilaspekt der vorsorgenden Nachlassplanung bildet die Unternehmensnachfolge. Noch immer befinden sich über 90 % aller deutschen Firmen im Familienbesitz. Die bisherigen Inhaber wünschen überwiegend, dass das Unternehmen innerhalb der Familie an die nächste Generation weitergegeben werden soll. Damit gilt es nicht nur, die rechtlichen Rahmenbedingungen in erbrechtlicher Hinsicht, auf Eigentümer-/Gesellschafterebene und innerhalb der operativen Geschäftsführung zu klären. Einer Regelung bedarf auch, ob und wer das Unternehmen übernehmen soll, wann und wie sich der bisherige Inhaber aus der Geschäftsführung zurückzieht und inwieweit Mitarbeiter, Kunden/Lieferanten und die eigene Hausbank diese Entscheidung mittragen. Alles in allem ist dies ein Prozess, der mindestens 2 Jahre, meist 5 Jahre oder sogar noch länger dauert.

Kennzeichnend für familieninhabergeführte Unternehmen ist zudem, dass sich Fragen der Eigentümerstellung meist nicht von solchen der Geschäftsführung oder der familiären Zugehörigkeit trennen lassen.

Für die Beteiligten stellt sich fast immer folgendesFragen-Quintett:

Wem soll was gehören?
Wer soll was zu sagen haben?
Wer soll wofür Geld bekommen?
Wer soll, muss oder will was tun?
Bis wann muss was umgesetzt sein?

Unabhängig davon sollte jedes Unternehmen zu jedem Zeitpunkt einen sog. Notfallkoffer für den Fall haben, dass die bisherige Geschäftsführung ihren Aufgaben unvorhergesehener Weise – etwa im Krankheitsfall – nicht mehr oder jedenfalls über einen längeren Zeitraum nicht nachkommen kann.
Mediation bietet die Möglichkeit, diese Sachfragen zeitlich flexibel und gegebenenfalls unter Inanspruchnahme weiterer externer fachlicher Hilfe (Steuerberater, Rechtsanwälte, Versicherungsagenten etc.) mit allen Beteiligten verbindlich zu klären; allem voran die – oft schlicht  vorausgesetzte – Frage, ob die jüngere Generation tatsächlich übernehmen, die ältere tatsächlich abgeben will und das Unternehmen selbst überhaupt noch überlebensfähig ist.

Vertragliche Auseinandersetzungen

Die Schenkung ist unter der ausdrücklichen Auflage der Gartenpflege erfolgt. Die Gesellschafter sind sich uneins über die Gewinnverteilung oder die Nachschusspflicht. Das Kreditinstitut verlangt umfangreiche Sicherungsrechte. Der Architekt oder die Handwerker negieren Gewährleistungsansprüche und wollen nur gegen weitere Zahlungen tätig werden. Der Kaufvertrag sieht keine ratierliche Begleichung der Kaufsumme vor. Der Lieferant kann wegen des geänderten Produktionsorts die Preise nicht mehr halten.
In allen diesen Situationen steht jeder Partei neben der Mediation auch der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen. Aber der Instanzenzug ist lang und teuer. In der Zwischenzeit bleibt es beim Status quo; im schlimmsten Fall kommt es sogar zur Insolvenz einer Partei. Mediation vermag sicherlich nicht fehlende Ressourcen zu ersetzen oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern. Sie kann aber dazu beizutragen, dass die Beteiligten erkennen, welche weiteren Lösungsmöglichkeiten existieren.

Miet-, Eigentümer- und Nachbarschaftsstreitigkeiten

Ob Abstandsflächen gewahrt sind, ein Notwegerecht besteht, Sperrmüll vor dem Haus stehen darf, bei Partys Immissionsschutzgrenzen eingehalten oder während der Dauer von Sanierungsarbeiten Mietminderungen zu akzeptieren sind, lässt sich gerichtlich klären.

Streitig ausgetragene Nachbarschafts-, Eigentums- und Mietstreitigkeiten kennen aber nur Sieger oder Verlierer. Zudem verschärfen Prozesse regelmäßig die Fronten. Weitere Rechtsstreite sind die Folge, ohne dass sich die Beteiligten auf Dauer aus dem Weg gehen können. Nur wenige belastet eine solch nachhaltige Störung der Privatsphäre nicht. Für die naheliegende Lösung fehlt den Beteiligten ohne die Einschaltung eines externen neutralen Dritten meist der Blick. Scheitert eine einvernehmliche Regelung, steht den Beteiligten der Weg zu den Gerichten immer noch offen.

Arbeitsplatz

Streitigkeiten im beruflichen Umfeld stören den Arbeitsprozess und verursachen hohe Kosten. Sie belasten die Beteiligten in ihrer Freizeit und schädigen im Extremfall die Gesundheit.
Ursachen für – versteckt oder offen ausgetragene – Auseinandersetzungen können sein:

  • personelle Änderungen im Team oder der Führung,
  • fehlende Organisationsstrukturen,
  • Konkurrenz- und Erwartungsdruck,
  • persönliche Animositäten,
  • Missverständnisse in der Kommunikation.

Eine Kündigung oder Klage beim Arbeitsgericht ist oft der letzte Schritt. Die Betroffenen scheuen ihn, weil er mit persönlichen, personellen oder finanziellen Verlusten verbunden ist. Innerbetriebliche Reibungsverluste durch Betriebsangehörige klären zu lassen gelingt selten. Meist sind sie Teil des Problems.
Einem externen Mediator ist der Blick auf den Konflikt nicht durch Betriebsangehörigkeit verstellt. Er kann die Beteiligten – gegebenenfalls im Team mit anderen Fachleuten (Anwälten, Psychologen, Coaches, Trainern) – durch gezieltes Nachfragen zu eigenen Lösungsansätzen veranlassen. Dies dient nicht nur dem allgemeinen Betriebsfrieden. Es stärkt auch die Position des Unternehmens am Markt. Nicht zuletzt deswegen, weil jeder Streit Geld kostet und damit ein großer Wertevernichter ist.

Umgang und Kommunikation miteinander

Erhöhte Anforderungen in Beruf, Partnerschaft und Familie, wachsende Erwartungshaltungen an die eigene Lebensgestaltung sowie der technologische Fortschritt lassen wenig Zeit für ausführliche persönliche Gespräche oder Kontakte. „Kommunikation“ wird auf das absolut notwendige Minimum reduziert. Dies führt zu Missverständnissen, die Ursache für Konflikte und Auseinandersetzungen werden können.
Die Mediation kann die wechselseitigen Erwartungshaltungen der Beteiligten an einen konstruktiven Dialog und einen angemessen Umgang miteinander klären. Das Hinterfragen von Aktionen und Reaktionen führt zum Hinterfragen des eigenen Verhaltens und seines Wirkens auf andere.

Generationenkonflikte

Jede Generation hat eigene Wertvorstellungen. Mit fortschreitendem Altern erhalten sie mitunter einen anderen Stellenwert. Sicht- und Verhaltensweisen ändern sich.

Firmenübergabe
Tradition
Erfahrung
Praxis
Renditeorientierung
Innovation
Studienerkenntnisse
Theorie
Lebensqualität
Betriebliches Umfeld
Distanz zu modernen Hilfsmitteln
Entschleunigung
Bedächtigkeit
Kommunikation
Technikaffinität
Ehrgeiz
Spontaneität
Aktion
Familiäres Umfeld
Familiäre Verantwortung 
Einkommen
Vererben
Veränderungsunwillig
Persönlichkeitsentwicklung
Rente
Verdienen
Experimentierfreudig

Im Rahmen eines Mediationsverfahrens können die unterschiedlichen Wertvorstellungen in einem ersten Schritt benannt werden. Denn die Beteiligten begreifen die wechselseitigen Verhaltensweisen oft als bewusste Aktion gegen sich selbst. Vielfach beruht ein solches Verhalten aber nur auf Angst oder Unsicherheit. Diese Gefühle dem anderen zu offenbaren, damit das Verständnis für die eigenen Reaktionen wächst, benötigt einen geschützten, vertrauensvollen Rahmen. Jede Seite muss sich sicher sein können, dass Schwächen weder ausgenutzt noch nach außen getragen werden.

Altersmediation

In Zeiten von Globalisierung, rückgängigen Geburtenzahlen und immer höheren Lebenserwartungen stellt sich für jeden Einzelnen die Frage, wo und wie er alt werden will, mit nie zuvor gekannter Brisanz. Häufig plagen die Beteiligten Sorgen, stehen unausgesprochen Ängste der Gesundheit, der Versorgung und Fürsorge im Alter, der finanziellen oder persönlichen Abhängigkeit im Raum. In keinem Lebensbereich ist die Weigerungshaltung, sich mit den sich aufdrängenden Themen frühzeitig inhaltlich auseinanderzusetzen, so groß wie gerade hier. Die Probleme werden schlicht ignoriert.
„Verdrängen“ hilft nicht. Altern lässt sich nicht verhindern. Einklagbare Ansprüche auf eine individuelle Rund-um-Betreuung existieren nicht. Vieles bedarf der vorsorgenden Planung und Abstimmung. Sie fällt umso leichter, je früher dieses Thema mit allen Beteiligten besprochen wird. Wünsche sollten geäußert und vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden, bevor andere notgedrungen Entscheidungen gegen oder ohne den eigenen Willen treffen müssen.

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